Monat: Juli 2026

Sommer, Sonne, Hitzestress: So kommen unsere Gärten gut durch die heißen TageSommer, Sonne, Hitzestress: So kommen unsere Gärten gut durch die heißen Tage

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde,

endlich ist der Sommer da! Die Abende sind lang, der Grill läuft heiß und das Feierabendbier auf der Parzellen-Terrasse schmeckt nach einem langen Tag doppelt so gut. Aber machen wir uns nichts vor: Für unsere Pflanzen sind die aktuellen Temperaturen kein Urlaub, sondern echter Hochleistungssport.

Damit euch der Rasen nicht verbrennt und die Tomaten nicht schlappmachen, haben wir hier ein paar einfache, aber goldwerte Tipps aus der Praxis zusammengestellt.

1. Gießen: Lieber einmal ordentlich als ständig ein bisschen

Der größte Fehler im Sommer ist das „Dauer-Schlucken“. Wenn wir jeden Tag nur die Oberfläche ein bisschen nass machen, verdunstet das meiste Wasser, bevor es unten ankommt.

  • Unser Tipp: Gießt lieber nur ein- oder zweimal die Woche, dafür aber so richtig durchdringend. Dann wandern die Wurzeln der Pflanzen tiefer in die Erde und überstehen Trockenphasen viel besser.
  • Und wann? Wecker stellen lohnt sich! Am besten greift ihr am frühen Morgen zur Kanne. Abends bleibt die Erde zu lange nass – und das ist eine offene Einladung für Nacktschnecken und Pilze. Bitte auch nicht über die Blätter gießen, sonst holen sich Tomaten und Rosen ruckzuck Mehltau ab.

2. Mut zum „Langhaarschnitt“ beim Rasen

Wir alle lieben einen gepflegten Rasen. Aber wenn die Hitze knallt, solltet ihr den Rasenmäher unbedingt zwei Stufen höher einstellen.

  • Lasst das Gras ruhig auf 5 bis 7 Zentimeter stehen. Die längeren Halme beschatten sich gegenseitig und schützen den Boden vor dem Austrocknen.
  • Ein brauner, verbrannter Rasen erholt sich nur schwer. Und ganz wichtig: Bei über 30 Grad hat der Rasen sowieso Sommerpause und wächst kaum – lasst ihn in dieser Zeit also bitte auch mit dem Vertikutierer in Ruhe.

3. Einmal hacken spart zweimal gießen

Klingt wie eine alte Bauernregel, stimmt aber wirklich. Wenn die Erde oben verkrustet, zieht die Sonne das Wasser wie durch winzige Strohhalme aus dem Boden. Wenn ihr die oberste Schicht mit der Hacke vorsichtig auflockert, unterbricht das diesen Effekt und die Feuchtigkeit bleibt im Boden.

  • Noch besser: Nutzt euren angetrockneten Rasenschnitt oder etwas Stroh als Mulchschicht auf den Beeten. Das funktioniert wie eine eingebaute Klimaanlage für die Pflanzenwurzeln.

4. Ernten und schon an den Herbst denken

Zucchini, Gurken und Beeren solltet ihr jetzt wirklich regelmäßig pflücken. Je mehr ihr erntet, desto mehr schiebt die Pflanze nach. Wenn im Juli oder August die ersten Beete leer werden, ist das kein Grund zum Traurigsein: Jetzt ist die perfekte Zeit, um Feldsalat, Spinat oder Radieschen für die späte Ernte auszusäen.

Kommt gut durch die heißen Tage, gönnt euch zwischendurch ein schattiges Plätzchen und genießt euren Garten!


📚 Woher wir das wissen? (Quellen für Neugierige):

Falls ihr die Tipps genauer nachlesen wollt, findet ihr hier die passenden Infos:

  1. ZDF Heute / Volle Kanne (Gartenexperte Elmar Mai): Hitze-Tipps für Pflanzen, Rasen und fürs Gießen – Warum der Rasen im Sommer länger bleiben muss und wann Gießen am meisten bringt.
  2. NDR Ratgeber: Den Garten im Sommer richtig bewässern – Wissenschaftlich geprüfte Praxis-Tipps zum Hacken, Mulchen und zur richtigen Bodenfeuchtigkeit.
  3. Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.: Fachberater-Empfehlungen zum Thema klimarobuster Kleingarten und kluges Wassermanagement.